Berühmte Persönlichkeiten
in und aus Sachsen

 

 

Sachsens Geschichte ist reich an Menschen, die Geschichte machten. Künstler aller Genres
sind darunter, Geistes- oder Naturwissenschaftler, Unternehmer und Politiker.

Sie wurden hier geboren, erlebten prägende Jahre hier zu Lande, oder ließen sich - von
außerhalb kommend - hier nieder, um dann mit ihrem Schaffen von Sachsen aus der Nach-
welt in Erinnerung zu bleiben.

 

 

 A

Georgius Agricola

geboren 20.01.1494 in Glauchau
gestorben 03.10.1555 in Chemnitz

Der Humanist und Naturforscher, der eigentlich schlicht Georg Bauer heißt, begründet drei Wissenschaften: die Mineralogie, die Geologie und die Bergbaukunde. Nach einem Studium der Theologie und Philosophie (1514-18) in Leipzig zunächst als Lehrer und Rektor in Zwickau tätig, lässt er sich während einer Italienreise (1524-26) noch zum Mediziner ausbilden und wird Stadtarzt in Sankt Joachimsthal, später in Chemnitz. Als dort in den Jahren 1534, -35 und -37 die Pest wütet, verfasst er medizinische Schriften, von denen lediglich drei überliefert sind. In diesen beiden sächsischen Bergwerkszentren beschäftigt er sich aber auch mit den schon in der Antike bekannten mineralogischen Heilmitteln und legt durch die Verschmelzung praktisch-empirischer Kenntnisse der Hüttenleute mit theoretischen Anschauungen der Antike die Grundlagen für eine wissenschaftliche Mineralogie. Mit seinem bergbautechnischen Werk "De re metallica, 12 Bücher vom Berg- und Hüttenwesen" schafft er das bis ins 18. Jahrhundert maßgebliche Handbuch der Bergbau- und Hüttenkunde.
     
 

Ernst Gerhard Salomon Anschütz

geboren 28.10.1780 in Goldlauter
gestorben 18.12.1861 in Leipzig

Der Pastorensohn besucht das Gymnasium in Schleusingen und soll ab 1798 in Leipzig Theologie studieren. Er wendet sich aber der Philosophie zu, promoviert in diesem Fach und wird nach mehreren Umwegen schließlich Lehrer an der Leipziger Bürgerschule. Der leidenschaftliche Musikliebhaber, der ausgezeichnet Klavier, Orgel, Violine, Cello und Klarinette spielt, nimmt 1818 zusätzlich die Stelle eines Kantors und Organisten an der Georgenkirche an. Dennoch hat der Freimaurer große Mühe, seine Frau und seine sieben Kinder zu ernähren. Er komponiert viele Lieder und gibt das Musikalische Schulgesangbuch in drei Heften bei Reclam heraus (1824, 1828, 1830). Viele seiner Lieder werden schon zu seinen Lebzeiten echte Volkslieder: "Fuchs, du hast die Gans gestohlen", "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach", "Alle meine Entchen", "Wer hat die schönsten Schäfchen" und "Oh Tannenbaum", das er 1824 von einem Studenten- und Liebeslied in ein Weihnachtslied umdichtete. Veröffentlicht in seinem Schulgesangbuch, tritt es von Leipzig aus seinen Triumphzug durch die Welt an.
     
 

Manfred Baron von Ardenne

geboren 20.01.1907 in Hartenstein
gestorben 26.05.1997 in Dresden

Bereits mit 15 Jahren hat der begüterte Sohn eines Hamburger Industriellen sein erstes Patent in der Tasche. Sein Studium in Berlin bricht er 1926 ab, weil er es für veraltet hält. Er gründet stattdessen aus eigenen Mitteln ein Forschungslaboratorium für Elektronenphysik. 1933 gelingt ihm die erste Übertragung von Fernsehbildern. Er entwickelt ein Rasterelektronen- und Universalelektronenmikroskop und er erhält vom NS-Regime Forschungsgelder für die Entwicklung eines Flugzeugradars. Nach dem Krieg lassen die sowjetischen Behörden den "Reichsforschungsrat" seine Forschungen fortsetzen, erwarten aber seine Mitarbeit an der Entwicklung der Atombombe. Er verlegt 1945 sein Forschungsinstitut von Berlin nach Suchumi (Sowjetunion, Georgien). 1955 kommt der Stalinpreisträger "auf Anordnung der sowjetischen Regierung" an die TU Dresden, um dort die physikalische Grundlagenforschung neu aufzubauen. Er gründet das Forschungsinstitut "Manfred von Ardenne" und entwickelt u.a. eine Endoradiosonde für medizinische Untersuchungen. Der hochdekorierte und vielseitige Wissenschaftler ist Inhaber von über 600 Patenten, als er 1997 in Dresden stirbt.
     
 

Friedrich August III.

geboren 25.05.1865 in Dresden
gestorben 18.02.1932 in Sybillenort

Seit 1904 regierte der letzte sächsische König streng konstitutionell, galt aber dennoch als sehr volksnah, am 13. November 1918 musste er abdanken.
     
 

"August der Starke"
Friedrich August der I.

geboren 22.04.1670 in Dresden
gestorben 27.01.1733 in Warschau

Der prunkliebende Kurfürst und Kunstmäzen ist 1694 Nachfolger seines Bruders Johann Georg IV. und tritt 1697 zum Katholizismus über, um König August II. von Polen zu werden. Seine Untertanen dürfen per Dekret evangelisch bleiben. Im Bund mit Zar Peter I. und dem dänischen König löst er den Nordischen Krieg gegen Karl XII. von Schweden aus, der mit einer schweren Niederlage für Sachsen und mit dem Verlust der polnischen Königskrone endet. Er gewinnt sie mit russischer Hilfe 1709 zurück. Er lässt seine Residenzen Dresden und Warschau nach französischem Vorbild ausbauen, hält Hof im Stile Ludwigs XIV. und ruiniert damit die sächsischen Finanzen. Sein Versuch, absolutistische Regierungsformen einzuführen, zerrüttet die innere Ordnung Sachsens noch mehr (u.a. Thorner Blutgericht). Legendär sind nicht nur seine Kraft, sondern seine zahlreichen Mätressen, darunter Maria Aurora Gräfin von Königsmarck und Gräfin Cosel. Sein Einfluss auf die kulturelle Entwicklung Sachsens indes, ist kaum zu überschätzen.
     
     

B

Johann Sebastian Bach

geboren 07.03.1685 in Eisenach
gestorben 27.07.1750 in Leipzig

Der "fünfte Evangelist" ist das achte Kind eines Eisenacher Ratsmusikers, und kommt nach dem frühen Tod seiner Eltern zu seinem älteren Bruder Johann Christoph, der Organist in Ohrdruf ist und sich um Erziehung und musikalische Ausbildung des Zehnjährigen kümmert. Als Stipendiat der Lüneburger Michaelisschule aufgenommen, wird er bereits 1703 Organist in Arnstadt, später dann in Mühlhausen/Thüringen. 1708 als Organist und Kammermusiker am Hofe der Herzöge von Sachsen-Weimar, ist er sechs Jahre später Konzertmeister. In dieser Zeit entstehen die meisten seiner Orgelwerke und Instrumentalkonzerte. 1717 wird er Hofkapellmeister in Köthen, wo er 1721 ein zweites Mal heiratet. Der Vater von 20 Kindern wird 1723 Thomaskantor und _Director musices" in Leipzig, wo er für die kirchliche und weltliche Musikpflege der Stadt verantwortlich zeichnet. Obgleich jahrzehntelang als "unbequemer Mann" im Streit mit den Behörden liegend, wächst sein Ansehen als Orgelvirtuose, Komponist und Lehrer schier unermesslich - 1736 wird er zum königlich-polnischen und kurfürstlich-sächsischen Hofkomponisten ernannt. Ende des 18. Jh. wiederentdeckt, setzt sich Erkenntnis durch, dass er musikalische Werke im Rang höchster Vollendung geschaffen hat; dazu gehören seine Kandaten und Orgelwerke sowie die großen kalwerke "Matthäuspassion", "Johannespassion", "Hohe Messe in h-Moll" und das "Weihnachtsoratorium."
     
 

Felix Mendelssohn Bartholdy

geboren 03.02.1809 in Hamburg
gestorben 04.11.1847 in Leipzig

Der Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn tritt mit neun Jahren als Pianist auf, mit elf holt ihn der begeisterte Zelter in seine Berliner Singakademie. Mit siebzehn komponiert der früh Vollendete die Ouvertüre zu Shakespeares "Sommernachtstraum" und der kaum 20jährige wagt ein Meisterstück: Er führt am 11. März 1829 die Matthäuspassion Johann Sebastian Bachs zum ersten Mal seit dessen Tod wieder auf. Es wird ein überwältigender Erfolg. Danach geht er auf Kunst- und Bildungsreisen. Nach einem "Gastspiel" in Düsseldorf, folgt er dem Ruf ans Leipziger Gewandhaus, wo er bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1847 als Musikdirektor tätig ist. Er wird zum Mittelpunkt des kulturellen Lebens in Leipzig und die Stadt zu einem Musikzentrum von internationalem Rang. 1843 gründet er das Leipziger Konservatorium - es wird die renommierteste Musikakademie Deutschlands. Persönlich tritt er als virtuoser Pianist und Organist auf. Bekannte Kompositionen aus seinem bis heute noch nicht voll überschaubaren Gesamtwerk sind die "Lieder ohne Worte", die "Schottische Sinfonie", die "Reformationssinfonie" und das Oratorium "Paulus".
     
 

August Bebel

geboren 22.02.1840 in Köln-Deutz
gestorben 13.08.1913 in Passugg

Den gelernten Drechsler führen seine Wanderjahre nach Leipzig , wo er eine eigene Werkstatt eröffnet und sich 1861 der Arbeiterbewegung anschließt. Er wird 1867 Vorsitzender des Verbandes Deutscher Arbeitervereine und gründet im selben Jahr zusammen mit Wilhelm Liebknecht die Sächsische Volkspartei und 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Auf dem Vereinstag in Nürnberg erreicht er, dass sich die Arbeitervereine der Ersten Internationale anschließen. Seit 1867 dem Reichstag angehörend, gilt er als Experte für Budget- und Militärangelegenheiten. Gegen die Annexion Elsass-Lothringens opponierend und sich mit der Pariser Kommune solidarisierend, wird er wegen Hochverrats und Majestätsbeleidigung zu Festungshaft verurteilt. 1881 bis 1891 ist er Mitglied des sächsischen Landtags und als 1890 das Sozialistengesetz fällt, erarbeitet er maßgeblich das "Erfurter Programm" der wiedergegründeten Partei, die jetzt Sozialdemokratischen Partei Deutschlands heißt. Der "rote Kaiser" und Parteivorsitzende macht die SPD zur Massenpartei, wobei auch seine Schriften enorme Breitenwirkung entfalten. Seinem Begräbnis in Zürich wohnen Zehntausende bei.
     
 

Johann Friedrich Böttger

geboren 18.01.1682 in Schleiz
gestorben 04.03.1719 in Dresden

Der Sohn des Magdeburger Münzmeisters kommt als Apothekerlehrling nach Berlin, wo er aufgrund seiner Kontakte zu Alchemistenkreisen bald in den Ruf eines Goldmachers gerät. 1701 flieht er aus Preußen nach Sachsen, wo er in Wittenberg Medizin studieren will, doch sein Ruhm veranlasst August den Starken, ihn gefangennehmen zu lassen und auf die Festung Königstein zu bringen. Es folgt eine zwölfjährige Arbeitshaft in Laboratorien im Dresdner Goldhaus, in der Albrechtsburg in Meißen, auf der Festung Königstein sowie auf der Jungfernbastei in Dresden. Statt Gold soll er weißes Porzellan herstellen. 1707 gelingt ihm zusammen mit Tschirnhaus, der seit 1693 keramische Schmelzversuche macht, das rote "Böttgersteinzeug", 1708 unter der Verwendung von Feldspat, Quarz und Kaolin erstmalig weißes Porzellan. 1710 wird ihm die Leitung der neu gegründeten Königlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur zu Meißen anvertraut. 1714 erhält er die Freiheit zurück. Fünf Jahre später stirbt er an den Folgen seiner chemischen Experimente.
     
     

 C

Eberhard Cohrs

geboren 04.01.1921 in Dresden
gestorben 17.08.1999 in Diensdorf

Der Sohn eines Hutfabrikanten absolviert eine Bäcker- und Konditorlehre und probiert sein komisches Talent bei einem ersten Bühnenauftritt 1945 in Dresden-Weißer Hirsch. Mit der Zeit wird er bei seinen Auftritten im Kabarett, in der Revue, im Fernsehen, so etwas wie der gute Geist einer Gemeinschaft. Seine Sendung im DDR-Fernsehen "Da lacht der Bär" ist ein großer Erfolg und wenn er beispielsweise die von der SED-Führung gefeierten Platten-Neubau-Wohnungen ob ihrer ärmlichen Abmessungen als "Wohnklo mit Kochnische" bezeichnet, lacht die ganze Repulik. Als er 1977 nach einem Gastspiel in der BRD bleibt, verliert er zunächst seine Unverwechselbarkeit. Aber Cohrs rappelt sich auf, dreht mit Grit Böttcher und Harald Juhnke und spielt bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg. Doch die Verbundenheit mit dem Ost-Publikum fehlt ihm. Als er nach der Wende zurückkehrt, versucht er, diesen Kontakt wieder herzustellen. Das gelingt nur in Ansätzen. Er erliegt zehn Jahre später einem Krebsleiden, nachdem er einen Monat zuvor auf seine Frau geschossen hat.
     
 

Anna Constantia Reichsgräfin Cosel

geboren 29.09.1680 in Gut Depenau
gestorben 31.03.1765 in Stolpen

Schon als sehr junges Mädchen kommt die umfassend ausgebildete Anna Constantia von Brockdorf als Hoffräulein an den Hof des Herzogs von Holstein. Mit 15 Jahren uneheliche Mutter geworden und mit Schande aus dem Hofdienst entlassen, wird sie 1703 mit Freiherrn von Hoym verheiratet. Die Ehe wird schon nach einem Jahr für ungültig erklärt. 1704 lernt sie August den Starken kennen und wird seine Mätresse. Sie wird zur Reichsgräfin von Cosel ernannt und in einem geheimen Ehevertrag die "Frau zu seiner Linken". Sieben Jahre lang begleitet sie August bei all seinen Staatsgeschäften. Sie gilt als gut informierte Geheimnisträgerin mit Einfluss. August schenkt ihr Schloss Pillnitz und lässt für sie das Taschenbergpalais errichten. Allmählich beginnt ihr Stern aber zu sinken. Gewarnt, flüchtet sie nach Preußen, wird aber am 21. November 1716 an der preußisch-sächsischen Grenze an Sachsen ausgeliefert. Weihnachten 1716 wird sie als Gefangene auf die Festung Stolpen gebracht, die sie 49 Jahre lang bis zu ihrem Tod nie wieder verlassen wird.
     
     
 

Amalie Dietrich

geboren 26.05.1821 in Siebenlehn
gestorben 09.08.1891 in Rendsburg

Die in den ärmlichen Verhältnissen einer Heimarbeiterfamilie aufgewachsene Amalie Concordia Nelle lernt die Grundbegriffe der Botanik von ihrem Mann, dem Apotheker Wilhelm Dietrich. Unter seiner Anleitung wird sie zu einer erfolgreichen Botanikerin und Sammlerin. Nach der Geburt ihres Kindes trennt sie sich 1848 von Mann und Tochter und zieht mit dem Handwagen durch die Salzburger Alpen, um Insekten und Pflanzen zu sammeln. Diese verkauft sie, mit einem Hundegespann durch halb Europa ziehend, an Universitäten und Wissenschaftler. 1863 reist sie im Auftrag des Hamburger Kaufmanns C. Godefrey, der ein Natur- und Völkerkundemuseum der Südsee einrichten will, nach Australien. Zehn Jahre verbringt sie mit dem Sammeln und Bestimmen von Pflanzen und Tieren. Sie entdeckt fast 640 Pflanzenarten, von denen mehrere nach ihr benannt werden und präpariert 244 Arten von Vögeln. Nach ihrer Rückkehr 1873 betreut sie die von ihr angelegte Sammlung und wird 1879 Kustodin des Botanischen Museums in Hamburg.
     
     

 F

Johann Gottlieb Fichte

geboren 19.05.1762 in Rammenau
gestorben 29.01.1814 in Berlin

Gefördert vom Gutsherrn von Militz, kann der ärmlich Aufgewachsene dennoch ab 1780 Theologie in Jena studieren. Da er 1784 ohne Examen abbricht, muss er sein Brot in den folgenden Jahren als Hauslehrer verdienen, ab 1788 in Zürich. Zurückgekehrt nach Leipzig, studiert er die Schriften Kants und versucht, Kant in Königsberg zu treffen (1791). Er verfasst den "Versuch einer Kritik aller Offenbarung", um sich vor Kant als Philosoph zu rechtfertigen. Als diese Schrift 1792 versehentlich ohne Verfasserangabe und Vorwort erscheint, wird sie für die Religionsphilosophie Kants gehalten. Durch die Schrift berühmt geworden, erhält er 1793 den Ruf an die Universität Jena. Seine bekanntesten Schriften u.a. "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre" (1794) entstehen. Für Empörung in der Öffentlichkeit sorgt sein Aufsatz "Über den Grund unseres Glaubens an eine sittliche Weltregierung". Der sogenannte Atheismusstreit entbrennt und Fichte muss seinen Hut nehmen. Er zieht nach Berlin, wo er nur noch private Vorlesungen hält. Als Napoleon 1806 Berlin besetzt, flieht Fichte zuerst nach Königsberg, später nach Kopenhagen. Zurück in Berlin lehrt er ab 1810 als Professor an der neugegründeten Universität.
     
 

Caspar David Friedrich

geboren 05.09.1775 in Greifswald
gestorben 07.05.1840 in Dresden

Der Zwanzigjährige studiert nach einer Ausbildung bei dem Greifswalder Universitätszeichenlehrer Quistorp, der ihn früh mit der "nordischen Renaissance", einer aufgeklärten Gefühlsfrömmigkeit, bekannt machte, an der Akademie in Kopenhagen (1794 -98). Im Herbst 1798 siedelt er nach Dresden über, wo er, von kürzeren Aufenthalten in seiner pommerschen Heimat, dem Riesengebirge, dem Harz und Böhmen abgesehen, bis zu seinem Tod ansässig bleibt. Hier entsteht 1808 sein erstes Ölgemälde, "Das Kreuz im Gebirge", der sogenannte "Tetschener Altar". Von Goethe gefördert, findet er breite Anerkennung und obwohl 1810 Mitglied der Berliner Akademie und 1816 der von Dresden, erfüllt sich seine Hoffnung auf ein Lehramt nicht. Zu seinen größten Bewunderen gehört der russische Zar Nikolaus I. Seine Abkehr von der Italiensehnsucht seiner Zeitgenossen und einem idealisierenden Klassizismus macht sein Werk richtungsweisend: Seine Landschaften sind keine reale Wiedergabe der Natur, sondern symbolische Landschaften der menschlichen Seele.
     
 

Gerd Fröbe

geboren 25.02.1913 in Zwickau
gestorben 05.09.1988 in München

Nach einer Lehre als Bühnenmaler am Staatstheater in Dresden (1933-36) nimmt er Schauspielunterricht bei Erich Ponto und geht nach einem ersten Engagement in Wuppertal nach Frankfurt (Main) und ab 1939 ans Volkstheater nach Wien. Der Not gehorchend, schlägt er sich nach dem Krieg zunächst als Zeichner und Parodist durch. Er spielt an den Münchener Kammerspielen und tritt im Kabarett "Simpl" auf. Bekannt wird er als Otto Normalverbraucher in dem Film "Berliner Ballade" (1948). Seine internationale Filmkarriere beginnt mit dem französischen Film "Die Helden sind müde" (1955). Von da an gehört er zu den meistbeschäftigsten deutschen Darstellern des internationalen Films - oft in der Rolle des tückischen und groben Teutonen. 1961 erhält er für "Der Gauner und der liebe Gott" den Schauspielerpreis und im gleichen Jahr den Ernst-Lubitsch Preis. In über 125 Filmen ist er Komiker, Kindermörder, Gauner und Goldfinger - privat ist er vor allem eins: bescheiden. "Ich bin glücklich, wenn man mich für einen vernünftigen Schauspieler hält - aber ein Star bin ich nicht."
     
     

H

Adolf Hennecke

geboren 25.03.1905 in Meggen
gestorben 22.02.1975 in Berlin (Ost)

Der Einundzwanzigjährige fährt 1926 erstmals als Kumpel in der Grube "Karl Liebknecht" im Steinkohlenrevier Zwickau-Lugau-Oelsnitz ein. Zwanzig Jahre später wird er Mitglied der SPD. Die bald darauf folgende Vereinigung mit der KPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands begrüßt er nachhaltig. 1948 erhält er von der Werkleitung den Auftrag - nach dem Beispiel des sowjetischen Hauers Alexej Stachanow - eine Hochleistungsschicht zu fahren. So erfüllt er am 13. Oktober 1948 in einer Sonderschicht seine Norm mit 387 Prozent - 537 Zentner in sechs Stunden. Damit wird er zum "Ersten Aktivisten der sozialistischen Arbeit" - und wird befördert. Er spricht auf Parteikonferenzen der SED, reist in die Sowjetunion und wird Leiter der Abteilung Arbeitskräfte im Ministerium für Schwerindustrie. Als er 1975 in Berlin stirbt, ist er Mitglied im Zentralkomitee der SED und in der staatlichen Plankommission der DDR. Stilbildend wurde sein Name: "Hennecken" hieß im DDR-Alltag das Synonym für "malochen".
     
 

August Horch

geboren 12.10.1868 in Winningen
gestorben 03.02.1951 in Münchberg

Der gelernte Schmied lässt sich nach Wanderjahren durch halb Europa in Mittweida zum Ingenieur für Maschinen- und Motorenbau ausbilden und gründet 1899 seine eigene Automobilfabrik in Köln-Ehrenfeld, die A. Horch & Cie. 1902 verlegt er den Betrieb nach Reichenbach/Sa. und zieht 1904 aufgrund einer erneuten Vergrößerung nach Zwickau um. Dort führt er den Betrieb als AG weiter. Schon 1909 verlässt er wegen Unstimmigkeiten das Unternehmen wieder und gründet nach einem verlorenen Prozess um die Namensrechte die Audi(lat. für horch!)- Werke. Beim Bau seines erstens Wagens übernimmt er den Kardanantrieb sowie die Reibungskupplung. Er baut 1903 den ersten deutschen Vierzylinder- und 1907 den ersten Sechszylindermotor. 1923 führt er die Linkssteuerung ein. Er beteiligt sich an Wettfahrten und schreibt 1937 seine Lebenserinnerungen "Ich baute Autos". Wegen der Weltwirtschaftskrise fusionieren 1932 die Audi-Werke AG, die Horch-Werke AG, die Zschopauer Motorenwerke und die Wanderer-Werke zur "Auto-Union Sächsischer Motorfahrzeugfabriken".
     
     

 K

Erich Kästner

geboren 23.02.1899 in Dresden
gestorben 29.07.1974 in München

Der Verfasser weltberühmter Kinderbücher ist ein Mutterkind und schreibt ihr fast 30 Jahre lang täglich Briefe. 1914 beginnt er im Dresdner Lehrer-Seminar, muss es aber durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg unterbrechen. Mit schwerem Herzleiden kehrt er nach Dresden zurück und macht das Kriegsabitur. 1919 beginnt er in Leipzig - später auch Rostock und Berlin - Germanistik, Geschichte, Philosophie und Theatergeschichte zu studieren und arbeitet für die "Neue Leipziger Zeitung". Nach der Promotion arbeitet er als freier "Herz auf Taille" (1928), "Lärm im Spiegel" (1929), Kabaretttexte und die Satire "Fabian" (1931) entstehen. Daneben schreibt er viele Kinderbücher u.a. "Emil und die Detektive", "Pünktchen und Anton". Obwohl seine Bücher 1933 verbrannt und verboten werden, emigriert er nicht und publiziert im Ausland. Nach 1945 ist er Redaktuer der "Neuen-Zeitung", Herausgeber der Zeitschrift "Der Pinguin" und Mitglied des Münchner Kabaretts "Schaubude". 1957 erhält er den Georg-Büchner-Preis.
     
 

Kunz von Kaufungen

gestorben 05.05.1455 in Freiberg

Der Altenburger Prinzenraub des Kunz von Kaufungen vom 7./8. Juli 1455 ist ein Nachspiel des Sächsischen Bruderkrieges: Weil er sich um seinen Kriegslohn betrogen fühlt und auch beim Hofgericht in Leipzig vergeblich Sold und Entschädigung für zerstörte Güter fordert, raubt der sächsische Ritter kurzerhand die Söhne Ernst und Albrecht von Friedrich II., "dem Sanfmütigen", aus dem Altenburger Schloss. Er will seinen kurfürstlichen Herrn erpressen. Doch die Sache misslingt. Nahe der Grenze zu Böhmen wird Kunz, von nur noch einem Gefährten begleitet, von dem Köhler Georg Schmidt und seinem Gesellen überwältigt und Prinz Albrecht wird befreit. Auch Prinz Ernst wird bei Hartenstein befreit. Kunz wird in Freiberg wegen Landfriedensbruch der Pozess gemacht. Seine Güter werden nach seiner Enthauptung eingezogen. Auch wenn diese Episode häufig überbewertet wird, verdeutlicht sie den aufkeimenden Konflikt zwischen Ritterstand und Adel. Daneben wird sie in vielen Sagen, literarischen Werken und Bildern aufgegriffen.
     
 

Theodor Körner

geboren 23.09.1791 in Dresden
gestorben 26.08.1813 in Gadebusch

Der Sohn des Oberappelationsgerichtsrats und engen Schillerfreundes Christian Gottfried Körner wächst in einem sehr gebildeten Elternhaus auf. Nach Privatunterricht und Besuch der Kreuzschule studiert er 1808-1810 an der Bergbauakademie in Freiberg; anschließend Rechtswissenschaft in Leipzig sowie Philosophie und Geschichte in Berlin. Seine erste lyrische Sammlung "Knospen" entsteht. Von 1811 hält er sich in Wien auf , wo er mit W. v. Humboldt, F. Schlegel und Eichendorff verkehrt und als Hoftheaterdichter ( u.a. "Sühne", "Leyer und Schwerdt") Erfolge feiert. 1813 dient er im Befreiungskrieg gegen die napoleonische Fremdherrschaft beim Lützowschen Freicorps. Seine sprachlich sicheren, bühnenwirksamen Unterhaltungsstücke und pathetischen Trauerspiele sind thematisch anspruchslos. Als patriotischer Dichter der Freiheitsbewegung wird er gefeiert und gehört mit Ernst Moritz Arndt und Max von Schenkendorf zu den drei großen deutschen Dichtern der Befreiungskriege. Vertont von Carl Maria von Weber, wird sein Vaterlandslied "Lützows wilde verwegene Jagt" noch heute gerne gesungen.
     
     

L

Gotthold Ephraim Lessing

geboren 16.01.1729 in Kamenz
gestorben 15.02.1781 in Braunschweig

Der Sohn eines protestantischen Pfarrers wird von der Fürstenschule St. Afra in Meißen aufgrund seiner hervorragenden Leistungen im Alter von 15 Jahren vorzeitig entlassen und studiert Theologie und Philosophie, später auch Medizin in Leipzig. 1748 bis 1767 arbeitet er als freier Schriftsteller in Berlin. Eine vielseitige Produktion theologischer, philosophischer , ästhetischer, polemischer und dramatischer Schrift beginnt. Das erste bürgerliche Trauerspiel in deutscher Sprache, seine "Miss Sara Sampson" (1755) bringt ihm großen Erfolg. Daneben schreibt er weiterhin Gedichte, Fabeln und Erzählungen und kann 1753 eine sechsbändige Ausgabe seiner Werke herausgeben. In seinen "Briefen die Neueste Litteratur betreffend", die er zusammen mit F. Nicolai und M. Mendelssohn herausgibt (1759), erklärt sich Lessing gegen die französische Klassik und für Shakespeare. Zusammen mit der "Hamburgischen Dramaturgie" - diese enststeht während seiner Zeit als Dramaturg am Deutschen Nationaltheater in Hamburg - sind sie die eigentliche theoretische Grundlegung des deutschen Dramas. Sein wohl bekanntestes Drama "Nathan der Weise" (1779) schreibt er nur zwei Jahre vor seinem Tod.
     
 

Wilhelm Liebknecht

geboren 29.03.1826 in Gießen
gestorben 07.08.1900 in Charlottenburg

Nach Philologie- und Theologiestudium in Gießen, Berlin und Marburg arbeitet er als Lehrer und Journalist. Als die Revolution in Baden scheitert, flieht er 1849 in die Schweiz, wo er dem Genfer Arbeiterverein beitritt und die persönliche Bekanntschaft Friedrich Engels macht. Ab 1850 im Londonder Exil, pflegt er engen Kontakt mit Marx und Engels. Zurück in Deutschland, lässt er sich 1864 in Leipzig nieder und gründet mit Bebel die Sächsische Volkspartei, als deren Abgeordnete sie in den Norddeutschen Reichstag einziehen. 1869 gründen die beiden die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Deutschlands (SDAP) in Eisenach und Liebknecht leitet das Parteiorgan "Der Volksstaat". Wegen seiner Haltung zum Krieg gegen Frankreich (Hochverrat) zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, sorgt er nach seiner Wahl in den Deutschen Reichstag (1874) für den Zusammenschluss von SDAP und ADAV zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP). Er wird Redakteur und 1891 Chefredakteur des neu gegründeten Parteiorgans "Vorwärts". Auf dem Erfurter Parteitag der SPD begründet er ein von marxistischen Grundsätzen geprägtes Parteiprogramm. Als er Berlin stirbt, geben ihm mehr 150 000 Menschen das letzte Geleit.
     
 

Albert Lortzing

geboren 23.10.1801 in Berlin
gestorben 21.01.1851 in Berlin

Die ersten elf Jahre verlebt er wohlbehütet und gutbürgerlich in Berlin. 1812 muss der Vater aber sein Geschäft aufgeben, und der junge Albert reist mit seinen nun schauspielenden Eltern durch Preußen. Mit 18 Jahren steht auch er - meist als jugendlicher Liebhaber und Sänger - auf der Bühne. Bereits mit 23 Jahren schreibt er seinen Erstling "Ali Pascha von Janina" (1823). Ab 1833 hauptsächlich in Leipzig engagiert, entdeckt er die Oper für sich.1837 wird seine wohl berühmteste Oper uraufgeführt: "Zar und Zimmermann". In den nächsten Jahren folgen vier weitere Opern, darunter die bekannten Werke "Hans Sachs" und "Der Wildschütz". Als sein Arbeitsverhältnis als Schauspieler am Leipziger Stadttheater zu enden droht, wird er zum Kapellmeister ernannt. Es wird seine letzte Anstellung. Zwar kann er noch in Wien und in Berlin die eigenen Opern aufführen, doch sein Schuldenberg steigt. Als am 20. Januar 1851 seine letzte Oper "Die Opernprobe" in Frankfurt am Main uraufgeführt wird, liegt er todkrank im Bett. Einen Arzt kann er nicht bezahlen. Er stirbt am darauffolgenden Tag.
     
     

 M

Rudolf Mauersberger

geboren 29.01.1889 in Mauersberg
gestorben 22.02.1971 in Dresden

Am Leipziger Konservatorium von Karl Straube ausgebildet, wird er 1914 Organist in Ostpreußen, 1919 in Aachen und 1925 Kantor in Eisennach. 1930 kommt er an die berühmte Dresdner Kreuzkirche, wo er mehr als 40 Jahre lang den weit über die Grenzen Sachsens bekannten Kreuzchor leitet. Die Zerstörung Dresdens in der Bombennacht des 13. Februar 1945 ist für ihn ein tiefer Schock. Die traumatischen Erlebnisse hat er nach dem Krieg immer wieder mit eigenen Kompositionen thematisiert. Die Uraufführung der Trauermotette "Wie liegt die Stadt so wüst" findet am 4. August 1945 in den Ruinen der Kreuzkirche statt. Es ist das erste Stück aus dem "Chorzyklus Dresden". Es folgten weitere Werke mit biblischen und zeitgenössischen Texten, so das "Dresdener Requiem", das in den Jahren 1947/48 entsteht. Als hervorragender Chorpädagoge - er war der Lehrer Peter Schreiers und Theo Adams - formt und bildet er den Kreuzchor zu einem Klangkörper, der höchsten internationalen Ansprüchen gerecht wird.
     
 

Karl May

geboren 25.02.1842 in Ernstthal
gestorben 30.03.1912 in Radebeul

In Armut als fünftes von vierzehn Kindern eines erzgebirgischen Webers geboren, wird er Volksschullehrer, verliert seine Stellung aber wegen eines Diebstahls wieder. Er gerät in Not und auf die schiefe Bahn: Wegen Hochstapeleien verbüßt er insgesamt sieben Jahre Freiheitsstrafen. Ab 1881 arbeitet er als freier Schriftsteller. In dem katholischen Familienblatt "Der Deutsche Hausschatz" erscheinen erste Erzählungen wie "Reiseabenteuer in Kurdistan", "Die Todeskaravane" oder "Stambul". 1888 erhält er eine Anstellung als fester Mitarbeiter der in Stuttgart ansässigen "Spemanns Illustrierte Knabenzeitung: Der gute Kamerad". Die Reiserzählungen Mays erscheinen in höherer Auflage, darunter auch der Romanzyklus "Durch die Wüste". Außerdem entsteht der vierteilige Roman "Winnetou". Die meist im Nordwesten der USA oder im Vorderen Orient spielenden Romane sind von einer christlichen, antizivilisatorischen und naturromantischen Weltanschauung geprägt. Erst nach dem Erscheinen dieser Werke besucht Karl May den Orient (1899/1900) und Amerika (1908). Breitenwirkung und Faszinationskraft seiner in 25 Sprachen übersetzten Werke sind bis heute ungebrochen. ärz ... sprechen gehört, durch ganze zwei Stunden, ..., begeisterungsvoll, in die höchsten Regionen des Gedankens strebend - der mußte das Gefühl gehabt haben: In dieser Seele lodert das Feuer der Güte".
     
 

Thomas Müntzer

geboren 29.10.1489 in Stolberg
gestorben 01.04.1525 in Mühlhausen

Um 1490 im Harz geboren und aufgewachsen in Quedlinburg, wird Müntzer 1516 nach einem Studium in Leipzig und Frankfurt/Oder Magister der Theologie. Er arbeitet zunächst als Lehrer, dann als Propst des Nonnenklosters Frose bei Aschersleben. 1519 lernt er während der Leipziger Disputation Luther kennen und kann aufgrund von dessen Empfehlung 1520 die Pfarrstelle in Zwickau übernehmen. Dort schließt er sich den "Zwickauer Profeten" an, was zu seiner Flucht nach Böhmen führt. Sein Prager Manifest von 1521 enthält erstmals die Grundlagen seiner Theologie. 1523/24 ist er Pfarrer in Allstedt und verfasst die "Deutsch Evangelische Messe" und das "Deutsch Kirchenamt". Beide werden zum Vorbild für die Liturgie - auch für Luther. Mit dem Ziel, das Reich Gottes auf Erden zu verwirklichen, gründet er den "Bund getreulichen und göttlichen Willens." Von nun an warnt Luther die _Fürsten zu Sachsen" vor Müntzers aufrührerischem Geist. Er flieht nach Mühlhausen, weiter nach Nürnberg und kehrt 1525 nach Mühlhausen zurück. Er setzt sich für eine christliche Demokratie ein und ruft die Bauern dazu auf, sich dem Aufstand anzuschließen. An der Spitze eines Bauernheeres wird er im Mai 1525 verhaftet und nach schweren Folterungen in der Nähe von Mühlhausen hingerichtet. 27.5.1925 in Mühlhausen
     
     

 P

Balthasar Permoser

geboren 19.07.1651 in Kammer
gestorben 14.02.1732 in Dresden

Nach seiner Lehrzeit in Salzburg und Wien arbeitet er 14 Jahre in Florenz für Cosimo III - stets sind seine Figuren gemäß dem Einfluss der Berninischen Schule auf große Wirkung angelegt. 1689 von Kurfürst Johann Georg III als Hofbildhauer nach Dresden berufen, begründet er Dresdens Ruhm als Barockstadt: 1711 bis 1728 entsteht der Figurenschmuck des Dresdner Zwinger. Die Fülle an Skulpturen (Hermen, Nymphen, Jahreszeiten u.a.) und dekorativen Elementen fügt sich streng in die Bausubstanz ein, ist im einzelnen jedoch von ausdrucksstarker Vitalität. In den 1720er Jahren beschäftigt er sich mit religiösen Werken: Die Holzfiguren der Kirchenväter Augustinus und Ambrosius (ehemals am Hochaltar der Dresdner Hofkirche, heute im Bautzner Stadtmuseum) gehören zu den schönsten und besten Leistungen der Barockplastik. Der Großmeister des deutschen Barock ist auf dem alten katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt beigesetzt.
     
 

Matthäus Daniel Pöppelmann

geboren 11.04.1662 in Herford
gestorben 12.01.1736 in Dresden

Der in Westfalen geborene Baumeister kommt 1686 in kursäschsischen Dienst und soll zunächst den Wiederaufbau der 1685 von einem Brand zerstörten Neustadt leiten. 1705 zum Landbaumeister ernannt, schickt ihn August der Starke auf Studienreisen nach Salzburg, Wien, Prag, Rom und Paris. Seine gewaltigen Schlossbaupläne für Dresden und Warschau werden allerdings nicht ausgeführt. Verwirklicht wird nur der als Zwinger bezeichnete Teil (1711-28). 1718 zum Oberlandbaumeister befördert, liefert Pöppelmann die Pläne für die Augustusbrücke , errichtet Kirchen (Weinbergkiche in Pillnitz, Dreikönigskirche in Dresden-Neustadt) und Paläste (Taschenbergpalais, japanisches Palais), baut in Pillnitz das Wasser- und Bergpalais im Stil der Chinamode (ab 1707) und entwirft die Gartenanlagen. Schloss Moritzburg kann er 1723 noch beginnen, aber nicht mehr vollenden. Seine letzte Ruhestätte findet der Großmeister des Rokoko in der Matthäuskirche in Dresden-Friedrichstadt.
     
     

 R

Adam Ries

geboren 24.10.1471 in Staffelstein
gestorben 10.02.1559 in Annaberg

Der Rechenmeister und Hofarithmetikus rechnet in seinen Rechenschulen mit dem Rechenbrett und "mit der Feder", d. h. das schriftliche Rechnen mit indischen (arabischen) Ziffern. Zunächst in Zwickau und Erfurt und ab 1523 in Annaberg, wo er ab 1528 auch Bergbeamter wird und sich einsetzt für den Aufstieg Annabergs zu einer blühenden Bergstadt. Seine Lehrbücher des praktischen Rechnens "Rechenung auff der linihen vnd federn" (1522), "Rechenung nach der lenge ..." (1550) und das 1536 publizierte kaufmännische Tabellenwerk "Ein Gerechent Büchlein" werden bis ins 17. Jahrhundert nachgedruckt und erreichen viele Auflagen. Seine Einführung in die Algebra "Coss" (von cosa = "Unbekannte"), in dem die Algebra quadratischer Gleichungen behandelt wird, findet indes zu seinen Lebzeiten keinen Verleger. Eine dem historischen Vorbild verpflichtete "Rechenschule" in Annaberg lehrt noch heute die historischen Rechenverfahren Rieses.
     
 

Joachim Ringelnatz

geboren 07.08.1883 in Wurzen
gestorben 17.11.1934 in Berlin

Der Sohn des Heimatschriftstellers Georg Bötticher wird als Hans Bötticher geboren und verlässt 1901 nach dem "Einjährigen" das Gymnasium in Leipzig, um als Schiffsjunge zur See zu fahren. Danach übt er viele Berufe in mehreren Ländern aus. 1909 wird er Hausdichter im "Simpl", einer Münchner Künstlerkneipe. Den 1. Weltkrieg verbringt er bei der Marine. Ab 1920 ist er Kabarettautor an der Berliner Kleinkunstbühne "Schall und Rauch", wo der bis dahin immer Mittellose große Triumphe feiert. Die "Turngedichte" und "Kuttel Daddeldu" werden veröffentlicht. Seine skurrile Lyrik umfasst eine breite Skala von der Moritat und dem Song bis zur Groteske. Jahre des Reisens folgen. Seine erste Ausstellung mit späterer Versteigerung der Bilder findet in Berlin statt. Zum Erfolg des Dichters kommt der Erfolg als Maler, Karikaturist und Illustrator. Die Kinderbücher "Geheimes Kinder-Spiel-Buch" (1924) und "Kinder-Verwirr-Buch" (1931) nehmen in seinem Schaffen einen Sonderplatz ein. 1934 stirbt er - von den Nazis in Wort und Bild verboten - an Tuberkulose.
     
     

 S
Hans Stosch-Sarrasani


geboren 02.04.1872 in Posen
gestorben 01.09.1934 in Sao Paulo
Seine Laufbahn beginnt er 1893 als Stallbursche im Zirkus Willi Malmström. Doch schon 1901 ist er der "bestrenommierte" Dressurclown und zieht nach Radebeul bei Dresden, wo er mit der Planung seines Großprojektes beginnt: Den Aufbau eines mobilen Zirkus. Dank modernster Zirkuswagen bewerkstelligt er 1902 den Transport eines 3600 Personen fassenden Zeltes nach Meißen. In Dresden kann er die Stadtväter für den Aufbau eines stationären Zirkus nach amerikanischem Vorbild erwärmen. Der größte feste Circusbau Europas - ein Mehrzweckbau mit Unterflur-Orchester-Raum und versenkbarer Drehbühne - wird 1912 eingeweiht. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges spielt Sarrasani von Sevilla bis Moskau in 964 europäischen Städten, 1931 reist er mit 250 Lastwagen, 30 Personenwagen, 800 Menschen, 600 Tieren und zwei riesigen Spielzelten, die jeweils 10.000 Menschen fassten, durch die Lande. Die Vorstellungen waren volkstümlich und seine ungewöhnlichen Werbeaktionen - inszenierte Skandale gehörten dazu - machen ihn und seinen Zirkus als Markenzeichen bekannt. Zwei legendäre Reisen, von 1923 bis 1926 und dann von 1934 bis 1936, führen den Circus nach Südamerika. Er stirbt auf Tournee in Sao Paulo.
     

Clara Schumann

geboren 13.09.1819 in Leipzig
gestorben 20.05.1896 in Frankfurt/Main

Schon die Fünfjährige erhält von ihrem Vater, dem Leipziger Musiklehrer Friedrich Wieck, Klavierunterricht nach einer von ihm selbst entwickelten Lehrmethode. 1828 debütiert die 9jährige als Wunderkind im Leipziger Gewandhaus. In den folgenden Jahren wird sie zur bedeutendsten Pianistin Europas und konzertiert u.a. mit Mendelssohn und Liszt. Viele Auszeichnungen folgen. Gegen den Willen Wiecks heiratet sie 1840 Robert Schumann. Sie unterrichtet am Leipziger Konservatorium und geht weiterhin auf ausgedehnte Konzerttourneen. Aufgrund von Roberts Nervenkrankenheit übersiedelt das Paar 1844 nach Dresden. Nach Schumanns Ernennung zum Städtischen Musikdirektor (1850) ziehen sie nach Düsseldorf. Nach seinem Tod (1856) geht die siebenfache Mutter nach Berlin und ab 1863 nach Lichtenthal. 1878 wird sie erste Klavierlehrerin am Hochschen Konservatorium in Frankfurt/Main und macht sich daran, das Gesamtwerk ihres Mannes herauszugeben (1881-93 erschienen). 1891 stellt sich ein Gehörleiden ein. Bis zu ihrem Tod gibt sie nur noch privaten Unterricht und spielt im Kreise ihrer Freunde.
     
 

Robert Schumann

geboren 08.06.1810 in Zwickau
gestorben 29.07.1856 in Endenich

Der Sohn eines Zwickauer Buchhändlers erhält mit 7 Jahren Klavierunterricht, muss aber auf Wunsch seiner Mutter zunächst Jura studieren. Noch während des Studiums erhält er eine pianistische Ausbildung bei Friedrich Wieck in Leipzig und treibt eigene Studien anhand Bachs "Wohltemperierten Klavier". Eine Karriere als Pianist wird durch ein Fingerleiden vereitelt. 1834 gründet er die "Neue Zeitschrift für Musik", an der er bis 1844 mitarbeitet. 1840 heiratet er die Tochter seines Lehrers, Clara Wieck. 1843 beruft ihn Mendelssohn-Bartholdy als Kompositionslehrer nach Leipzig. Wenig später gründet Schumann den "Verein für Chorgesang'" in Dresden und wird 1850 städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Hier verschlechtert sich 1854 seine Gemütskrankheit rapide und er stirbt 1856 in einer Heilanstalt. Sein Werk ist das Zentrum der deutschen musikalischen Romantik. Seine Lieder, die Kammermusik, Instrumentalkonzerte, aber auch einige seiner Sinfonien sind neue, geniale Würfe und sind von bestimmenden Einfluss vor allem auf Johannes Brahms.
     
 

Gottfried Semper

geboren 29.11.1803 in Hamburg
gestorben 15.05.1879 in Rom

Nach einem Studium in Göttingen, München und Paris, wo er das Problem der antiken Polychromie kennenlernt, reist das Mitglied der Hambuger Freimauerer nach Italien und Griechenland. Er weist nach, dass die für marmorweiß gehaltenen antiken Bauten und Plastiken bunt angemalt waren. Ihm wird 1834 der Lehrstuhl für Architektur an der Kunstakademie Dresden angeboten und schon 1839 ist er ihr Vorsteher. Der Antikenrezeption setzt er das Ideal der italienischen Renaissancekunst entgegen: Sein Hauptwerk ist das Dresdner Opernhaus (1838-41), das stilbildend wurde. Neben Schinkel wird er zu Deutschlands bedeutendstem Baumeister. Ebenso so zu "Prototypen" werden seine Synagoge (1840) und die Gemäldegalerie (1847-54). Semper, konsequenter Republikaner, flüchtet nach den Revolutionsunruhen aus Sachsen und wird 1855 Professor in Zürich. Auch hier werden Hochschulbau und Sternwarte typenbildend. Freier und stärker barockisierend sind seine Spätwerke: Die neue Hofburg (Entwurf 1871) und das Burgtheater (1874-88) in Wien.
     
 

Gottfried Silbermann

geboren 28.12.1682 in Kleinbobritzsch
gestorben 04.08.1753 in Dresden

Der Sohn eines erzgebirgischen Zimmermannes lernt zunächst das Tischlerhandwerk, um sich anschließend bei seinem Bruder Andreas in Straßburg als Orgelbauer fortzubilden. Er kehrt 1710 in seine Heimat zurück und erhält den Auftrag zum Bau einer Orgel für den Freiberger Dom. Der Freiberger Rat stellt ihm das sogenannte "Regimentshaus" als Werkstatt und Wohnung zur Verfügung. Hier wohnt der Meister vier Jahrzehnte lang und baut nachweislich 45 Orgeln. 31 davon sind noch erhalten. Die bekanntesten befinden sich in Bad Lausick, Burg (Schlosskapelle), Crostau, Dittersbach bei Stolpen, Dresden (Hofkirche), Forchheim, Frankenstein, Fraureuth, Freiberg (Dom, St. Petri und St. Jacobi), Glauchau (St. Georg). 1723 wird ihm das Prädikat Königlich-Sächsischer Land- und Hoforgelbauer verliehen. Verdienste erwirbt er sich bei der gemeinsamen Weiterentwicklung des Hammerklaviers mit J. S. Bach. Er stirbt als Siebzigjähriger unverheiratet in Dresden, wo er sich wegen des Orgelbaus in der Katholischen Hofkirche aufhält.
     
 

Karl Stülpner

geboren 30.09.1762 in Scharfenstein
gestorben 24.09.1841 in Scharfenstein

Der "Sohn der Wälder" wie die Einheimischen den Wildschütz gern nennen, gilt noch heute als erzgebirgischer Volksheld und Anwalt der Armen. Er lehnt sich vor allem gegen die feudalen Jagdgesetze auf, die es den Bauern im Erzgebirge nicht erlauben, sich gegen den Wildreichtum, unter dem ihre Äcker und Herden sehr leiden, zu wehren. Zum Raubschütz geworden - so nennen ihn die Adligen - , schießt er Wildschweine, Hirsche und Hasen und übergibt den armen Leuten Fleisch und Felle. 1795 belagert er mit Gleichgesinnten die Burg Scharfenstein, danach wird er steckbrieflich als Wilddieb und Deserteur gesucht. Es bleibt ihm nur die Flucht in die Wälder und trotz eines hohen Kopfgeldes wird er nicht gefasst. Verhaftet wird er erst, als er im Sommer 1835 in den Gassen von Leipzig als alter Hausierer ein Buch feilbietet: Es ist seine eigene Lebensgeschichte. Die sächsische Zensur verbietet das Buch als "gemeinschädliche Räubergeschichte und besonders für die Jugend gefährliche Geschichte". So beginnt die Legendenbildung um den "Grünen Rebellen" noch zu seinen Lebzeiten.
     
     

T

Georg Philipp Telemann

geboren 25.02.1681 in Magdeburg
gestorben 25.06.1767 in Hamburg

Nach Schulbesuchen in Magdeburg, Zellerfeld und Hildesheim kommt er 1701 nach Leipzig, um Jura zu studieren. Doch die Erfahrung des Leipziger Musiklebens und die Begegnung mit dem jungen Georg Friedrich Händel, mit dem er ein Leben lang freundschaftlich verbunden bleiben wird, lassen ihn den Beruf des Musikers einschlagen. 1704 wird er Organist und Musikdirektor in Leipzig, noch im gleichen Jahr Kapellmeister in Sorau. 1708 bis 1712 ist er als Hofkapellmeister in Eisenach tätig, anschließend als Musikdirektor in Frankfurt am Main. 1721 nimmt er schließlich die Stelle als städtischer Musikdirektor in Hamburg an, die er bis zu seinem Tode innehat. Das kompositorische Schaffen des Autoditakten umfasst 50 Opern, 125 erhaltene Orchestersuiten (von etwa 1000), Kammermusik, etwa 1400 Kantaten, Motetten, 46 Passionen , Messen und Oratorien und etwa 120 Solokonzerte für verschiedene Instrumente. Der Barockmusiker gehört neben Händel und Hasse zu den drei deutschen Musikern, die erstmals abendländische Geltung erlangen.
     
     

 U

Walter Ulbricht

geboren 30.06.1893 in Leipzig
gestorben 01.08.1973 in Berlin

Der Sohn eines sozialdemokratischen Schneiders absolviert eine Lehre als Möbeltischler und tritt 1912 der SPD, 1919 der KPD in Leipzig bei. 1921 Sekretär der Partei in Thüringen, wird er 1923 in die KPD-Zentrale gewählt. 1924 von den Linken nach Moskau abgeschoben, arbeitet er für die Komintern. Zurück in Deutschland, wird er 1926-28 Abgeordneter des Sächsischen Landtages und 1928-33 Mitglied im Reichstag. Er emigriert nach Frankreich und später in die Sowjetunion, wo er zum "starken Mann" der KPD wird. Als Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland kehrt er mit seiner "Gruppe Ulbricht" am 29. April 1945 nach Deutschland zurück . 1950 - 53 Generalsekretär der SED, danach 1. Sekretär, übernimmt er 1960 auch den Vorsitz des neu geschaffenen Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates der DDR. Der Stalin-Anhänger ist 18 Jahre lang der einflußreichste Mann der DDR - Mauerbau, Bitterfelder Weg und Neues Ökonomisches System, aber auch der Versuch, eine Lockerung der sowjetischen Vorherrschaft zu erreichen, fallen in seine Zeit. 1971 tritt er als erster Sekretär zurück und verliert allen Einfluss an Erich Honecker.
     
     

 W

Richard Wagner

geboren 22.05.1813 in Leipzig
gestorben 13.02.1883 in Venedig

Der Schauspielersohn verbringt in Dresden und Leipzig seine Jugendzeit und beschließt nach dem "Urerlebnis" der Sängerin W. Schröder-Devrient, Komponist zu werden: Der Thomaskantor Ch. Th. Weinlig bildet ihn 1831/32 gründlich aus und er kann als Kapellmeister und Chordirigent in Würzburg, Lauchstädt, Rudolstadt, Magdeburg und Königsberg arbeiten. 1839 muss er hochverschuldet aus Riga fliehen. In Paris ensteht "Der fliegende Holländer". Der ersehnte Erfolg kommt jedoch spät: 1842 mit der Uraufführung der Oper "Rienzi" im Dresdner Hoftheater, wo er daraufhin zweiter Kapellmeister wird. "Tannhäuser" und "Lohengrin" entstehen. Aufgrund seiner republikanischen Gesinnung muss er 1849 nach Zürich fliehen, wo er seine theaterreformatorische Vision, die Idee des Gesamtkunstwerkes, formuliert ("Das Kunstwerk der Zukunft") und mit den Bühnenfestspielen "Rheingold", "Walküre", "Siegfried" verifiziert. Nach Jahren unsesshaften Lebens und finanziell völlig ruiniert, wird er 1864 von Köing Ludwig II. nach München berufen und verliert dessen Unterstützung bis zu seinem Tode nicht mehr. So kann er nach den Jahren in Tribschen (1866-1872) am 22. Mai 1872 den Grundstein für das Bayreuther Festspielhaus legen, wo der "Ring des Nibelungen" und "Parsifal" (1882) uraufgeführt werden. Seinem chronischen Herzleiden erliegt er 1883 in Venedig. rstellungen errichtet, 1876 findet die Einweihung mit der UA von "Ring der Nibelungen" statt; zur Wiederherstellung seiner Gesundheit geht er 1882 nach Venedig.
     
 

Carl Maria von Weber

geboren 18.11.1786 in Eutin
gestorben 05.06.1826 in London

Der Sohn des Musikers Franz Anton von Weber erhält früh ersten Musikunterricht und ist ab 1797 Schüler bei Michael Haydn in Salzburg und ab 1801 bei Abbé Vogler in Wien. Mit 18 Jahren wird er Opernkapellmeister in Breslau, anschließend, von 1807 bis 1810, ist er Sekretär und Musiklehrer von Herzog Ludwig in Stuttgart. Nach pianistischen Reisejahren beruft ihn Prag als Operndirektor (1813-16). 1817 nimmt er die Stelle des Musikdirektors am neu gegründeten Opernhaus in Dresden an. Er komponiert seine Opern "Der Freischütz", "Euryanthe" und "Oberon" sowie die "Aufforderung zum Tanz". In seinem kompositorischen Schaffen gilt Weber als Schöpfer der deutschen romantischen Oper. Sein Werk "Der Freischütz", uraufgeführt 1821 in Berlin, gilt als Inbegriff der deutschen Oper. Neben Opern komponiert er Bühnenmusiken, zahlreiche Konzerte und Orchesterwerke. Nach seinem Tod in London, wo er den "Oberon" einstudieren und dirigieren soll, lässt Richard Wagner 1844 Webers sterbliche Überreste auf den Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt überführen.
     
 

Clemens Winkler

geboren 26.12.1838 in Freiberg
gestorben 08.10.1904 in Dresden

Einer berühmten Hüttenfamilie entstammend, ist sein Besuch der Bergakademie Freiberg naheliegend. Nach Abschluss des Studiums arbeitet er als Chemiker in mehreren Farbenfabriken und veröffentlicht eine Reihe von Fachaufsätzen. Nebenher promoviert er über Silizium an der Leipziger Uni. Schon bald macht er sich mit neuen Verfahren zur Analyse von Gasen einen Namen. 1864, gerade 25 Jahre alt, erscheint sein "Lehrbuch der technischen Gasanalyse". Er kehrt nach Freiberg zurück und wird 1873 zum Professor für Chemische Technologie, Hütten- und Salinenkunde ernannt. Dort entsteht seine mehrbändige "Anleitung zur chemischen Untersuchung von Industriegasen" (1876-1879) und er entwickelt das erste industrielle Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure. Seine größte Entdeckung aber ist ein bisher noch unbekanntes chemisches Element, dem er den Namen Germanium gibt. Heute ist das "patriotische Element" weitgehend vom Halbleiter Silizium verdrängt und fristet ein Nischendasein. Seine "Praktischen Übungen für die Maßanalyse" erscheinen 1888. Zahlreiche hohe Auszeichnungen werden ihm dafür zuteil. Von 1896 bis 1899 leitet der ehemalige Chemnitzer Gewerbschüler die Freiberger Bergakademie. Berufungen an andere, größere Universitäten lehnt er stets ab. 1898 ernennt ihn die sächsische Regierung zum Geheimrat. Einen Adelstitel, den ihm die österreichische Regierung verleihen will, nimmt er jedoch nicht an. Der Zigarrenliebhaber stirbt 66jährig an Krebs in Dresden.
     
     

 Z

Clara Zetkin

geboren 05.07.1857 in Wiederau
gestorben 20.06.1933 in Archangelskoje

Die Tochter eines Dorfschullehrers zieht 1872 mit ihrer Familie nach Leipzig, wo sie studiert und 1878 der SPD beitritt. Sie arbeitet als Erzieherin und baut die sozialistische Frauenbewegung auf. 1882 folgt sie dem russischen Sozialisten Ossip Zetkin, ihrem späteren Mann, ins schweizerische und französische Exil. Zurückgekehrt, leitet sie von 1892 bis 1917 die sozialistische Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" - ihr Lebenswerk. 1907 ist sie Sekretärin des Internationalen Frauenkomitees und als die Führungsspitze der SPD den 1. Weltkrieg befürwortet, stellt sie sich dagegen. Sie organisiert 1915 die Internationale Frauenkonferenz in Bern. Als sie 1917 der USPD beitritt, wird ihr die Redaktion der "Gleichheit" entzogen. 1919 beginnt sie mit dem Aufbau einer KPD-Frauenbewegung und gibt die Zeitschrift "Die Kommunistin" heraus. 1921 wird sie auf der Zweiten Internationalen Frauenkonferenz (Moskau) zur Leiterin des Westeuropäischen Internationalen Frauensekretariats in Berlin bestimmt. In dieser Funktion publiziert sie (bis 1925) die "Kommunistische Fraueninternationale". 1920-1933 sitzt sie als Abgeordnete der KPD im Deutschen Reichstag.
     
 

Heinrich Zille

geboren 10.01.1858 in Radeburg
gestorben 09.08.1929 in Berlin

Seine Heimatstadt Radeburg verlässt der Sohn eines Uhrmachers und Feinschlossers schon als 9jähriger: Auf der Flucht vor Gläubigern zieht die Familie nach Berlin. Bitterarm, muss Zille für den Lebensunterhalt der Familie Arbeiten aller Art annehmen. So lernt er frühzeitig Alltagshumor und Abgründe der Berliner Arbeiterviertel, das "Milljöh", kennen - es soll nach einer Lithographenlehre und Zeichenkursen an der Akademie sein Lieblingssujet werden. Ab 1900 zeichnet er für die "Lustigen Blätter", die "Jugend" und den "Simplicissimus" mit Humor, Ironie und ausgeprägtem Sinn für Situationskomik Szenen aus dem Berliner Arbeiterviertel. Mappenwerke wie "Kinder der Straße", "300 Berliner Bilder mein Milljöh" entstehen. 1903 wird er in die Berliner Secession aufgenommen und 1924 auf Empfehlung von Max Liebermann ehrenhalber als Professor an die Preußische Akademie der Künste berufen. Sein photographisches Schaffen wird erst in jüngster Zeit erschlossen, es zählt zu den frühesten sozialdokumentarischen Aufnahmen in Deutschland.
     


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